Piazzale Michelangelo
Aussichtsterrasse mit dem Postkarten-Panorama
Der berühmteste Aussichtsplatz von Florenz über dem Südufer des Arno, das Panorama mit Domkuppel, Palazzo Vecchio und Brücken, frei zugänglich und am schönsten zum Sonnenuntergang.
Inhalt
Das Panorama von Florenz
Der Piazzale Michelangelo ist der berühmteste Aussichtspunkt der Stadt, eine weite Terrasse auf einem Hügel am Südufer des Arno. Von hier öffnet sich das klassische Panorama von Florenz: die ziegelrote Kuppel des Doms, der Turm des Palazzo Vecchio, die Brücken über den Arno mit der Ponte Vecchio und dahinter die toskanischen Hügel. Anders als ein gewachsener Aussichtspunkt ist der Platz bewusst als Schauplatz angelegt, ein einziger großer Balkon, von dem aus sich die Stadt wie auf einer Karte überblicken lässt.
Geschichte und Gestaltung
Der Platz entstand im Zuge des Risanamento, der großen städtebaulichen Umgestaltung von Florenz in den Jahren, in denen die Stadt Hauptstadt Italiens war. Entworfen hat ihn der Architekt Giuseppe Poggi, der ihn ab 1869 plante; 1875 waren die Arbeiten abgeschlossen. Poggi gestaltete zugleich die hier zusammenlaufenden Viale dei Colli, die geschwungenen Panoramastraßen, die den Hügel erschließen.
Der ganze Platz war als Monument für Michelangelo gedacht. Die neoklassizistische Loggia am Rand sollte ursprünglich ein Museum aller Michelangelo-Statuen aufnehmen, ein Plan, der nie verwirklicht wurde. Heute beherbergt die Loggia ein Panorama-Restaurant.
Das Michelangelo-Monument
In der Mitte des Platzes steht das Monumento a Michelangelo, eine Bronzekopie von Michelangelos David. Zu seinen Füßen stehen vier weitere Bronzekopien: die Allegorien Tag, Nacht, Dämmerung und Morgenröte aus den Medici-Kapellen von San Lorenzo. Die Bronzen goss der Bildhauer und Gießer Clemente Papi; der bronzene David wurde am 13. September 1875 mit Ochsengespannen heraufgeschafft und auf dem Sockel aufgestellt.
Es handelt sich durchweg um Kopien, das marmorne Original des David (rund 5,17 Meter hoch) steht in der Galleria dell'Accademia, die Allegorien im Original in den Cappelle Medicee. Der David am Piazzale ist also vor allem Teil der Kulisse, nicht das Hauptmotiv: Hierher kommt man wegen der Aussicht.
Sonnenuntergang und San Miniato
Am stimmungsvollsten ist der Platz zum Sonnenuntergang, wenn das warme Licht die Fassaden und die Domkuppel zum Leuchten bringt. Entsprechend voll wird es dann, viele kommen schon rund eine Stunde vorher, um einen Platz an der Brüstung zu sichern. Wer freie Sicht und Ruhe will, kommt früh morgens; nachts ist der Platz beleuchtet und deutlich weniger belebt.
Nur wenige Gehminuten oberhalb lohnt die romanische Kirche San Miniato al Monte, ein kurzer Aufstieg von etwa fünf bis zehn Minuten. Von ihrer Vorterrasse hat man fast denselben Blick, nur ruhiger, und das Innere mit der Marmorfassade und der Krypta gehört zu den schönsten Romanik-Bauten der Toskana.
Besuch & Praktisches
Für den Platz selbst reichen 30 bis 60 Minuten, länger nur, wenn man den Sonnenuntergang abwartet oder San Miniato anhängt. Hinauf führen zwei Wege:
- Zu Fuß über die Rampen und Treppen vom Viertel San Niccolò am Südufer, ein steiler, aber lohnender Aufstieg von gut 15 bis 20 Minuten.
- Mit dem Bus: Die ATAF-Ringlinien 12 und 13 fahren in entgegengesetzter Richtung den Hügel hinauf und halten beide am Piazzale, tagsüber etwa alle 15 bis 20 Minuten. Linie 12 kommt vom Bahnhof Santa Maria Novella, Linie 13 erreicht man zentrumsnah nahe der Ponte alle Grazie. Über die Straße Viale Michelangelo lässt sich der steile Treppenaufstieg umgehen, die Terrasse selbst ist eben.
Der Platz gilt tagsüber als sicher; wie an allen stark besuchten Orten ist gegen Taschendiebstahl allgemeine Aufmerksamkeit ratsam, besonders im Gedränge zum Sonnenuntergang. Ein offiziell dokumentiertes öffentliches WC gibt es auf dem Platz nicht; vor Ort finden sich Kioske und Café-Stände sowie das Restaurant in der Loggia.
Der Piazzale lässt sich gut mit einem Tag im Oltrarno verbinden: von hier über San Niccolò hinab zum Giardino Bardini und zum Giardino di Boboli hinter dem Palazzo Pitti. Wo der Aussichtspunkt im Pflichtprogramm steht, zeigt der Überblick Sehenswürdigkeiten in Florenz.
Häufige Fragen
Was kostet der Besuch am Piazzale Michelangelo? +
Wie kommt man zum Piazzale Michelangelo? +
Wann ist die beste Zeit für das Foto? +
Lohnt sich der Weg hinauf nach San Miniato al Monte? +
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