Die Grablege der Medici
Die Cappelle Medicee an der Rückseite von San Lorenzo sind die monumentale Grablege der Dynastie, die Florenz über Jahrhunderte prägte. Sie gehören heute zur Museumsgruppe Bargello Musei und sind ein eigener Museumsbesuch – nicht zu verwechseln mit der angrenzenden Basilica di San Lorenzo, die einen separaten Eingang und ein eigenes Ticket hat. Wer beide sehen will, plant zwei getrennte Besuche ein.
Zwei sehr unterschiedliche Räume machen den Reiz aus: die überwältigend prunkvolle Cappella dei Principi und die zurückhaltende, künstlerisch bedeutendere Neue Sakristei von Michelangelo.
Die Cappella dei Principi
Die Fürstenkapelle ist der erste große Raum und ein Schaustück fürstlichen Reichtums. Begonnen wurde der oktogonale Kuppelbau ab 1604 unter Großherzog Ferdinando I. nach einem Entwurf von Don Giovanni de’ Medici. Bernardo Buontalenti leitete den Bau bis 1608, danach vollendete Matteo Nigetti das Mausoleum um 1640. Die Kuppel ragt rund 59 Meter hoch.
Die Wände sind vollständig mit kostbarem Marmor und Halbedelstein-Intarsien (pietre dure) verkleidet – eine Florentiner Spezialität, deren Arbeit sich über Jahrzehnte hinzog. Hier stehen die Kenotaphe von sechs toskanischen Großherzögen: Cosimo I., Francesco I., Ferdinando I., Cosimo II., Ferdinando II. und Cosimo III. Die eigentlichen Gräber liegen in der Krypta darunter.
Michelangelos Neue Sakristei
Das künstlerische Herz ist die Neue Sakristei (Sagrestia Nuova). Sie entstand ab 1519/1520 und war Michelangelos erstes architektonisches Werk – ein heller, klar gegliederter Grabraum in grauem Pietra serena und weißem Marmor, der als bewusster Gegenentwurf zur Alten Sakristei Brunelleschis in San Lorenzo gedacht war.
Berühmt sind die Marmorgrabmäler mit ihren Allegorien der vier Tageszeiten: An den Sarkophagen ruhen die liegenden Figuren von Tag und Nacht sowie Morgen (Dämmerung) und Abend – Figuren von solcher Kraft und Spannung, dass sie die gesamte spätere Bildhauerei beeinflussten. Darüber wachen die idealisierten Bildnisstatuen zweier Medici. Wer in Florenz Michelangelos Werk verfolgt, ergänzt diesen Besuch gut mit dem David in der Galleria dell’Accademia.
Tickets und Besuch
Der reguläre Eintritt kostet seit dem 1. Februar 2026 11 EUR (zuvor 9 EUR). Ermäßigt zahlen EU-Bürger zwischen 18 und 25 Jahren nur 2 EUR, bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Online-Tickets gibt es ausschließlich über den offiziellen Anbieter B-ticket mit 3 EUR Reservierungsgebühr – buchungs- und Affiliate-Portale sind nicht der offizielle Vertriebskanal.
- Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 8:15 bis 18:50 Uhr, montags geschlossen. Der letzte Einlass ist 40 Minuten vor Schließung, also um 18:10 Uhr.
- Wer mehr sehen will, fährt mit dem Kombiticket der Bargello Musei für 38 EUR gut: Es gilt 72 Stunden und schließt alle fünf Museen der Gruppe ein, darunter das Bargello.
- Am ersten Sonntag jedes Monats ist der Eintritt frei – dafür ist mit mehr Andrang zu rechnen.
- Geschlossen ist am 25. Dezember und 1. Januar.
Für den Rundgang reichen 45 bis 60 Minuten. Am angenehmsten ist der Besuch vormittags, bevor sich die Gassen rund um den San-Lorenzo-Markt füllen.
Gut zu wissen
- Der Eingang liegt nicht in der Kirche, sondern an der Rückseite von San Lorenzo, an der Piazza di Madonna degli Aldobrandini 6. Das ist der häufigste Orientierungsfehler vor Ort.
- Die Cappelle liegen mitten im Viertel San Lorenzo & San Marco und lassen sich gut mit der nahen Mercato Centrale und der Basilica San Lorenzo zu einem halben Tag verbinden.
- Wie man Tickets für die Florentiner Museen rechtzeitig sichert, steht im Guide Tickets reservieren; Hintergründe zu Michelangelo und der Epoche im Guide Renaissance-Kunst.