Florenz’ große Markthalle
Der Mercato Centrale liegt mitten im Marktviertel San Lorenzo & San Marco und ist die zentrale Markthalle der Stadt. Der luftige Bau aus Gusseisen und Glas wurde 1870 bis 1874 nach Plänen von Giuseppe Mengoni errichtet und 1874 zur Internationalen Landwirtschaftsausstellung eröffnet – derselbe Architekt entwarf auch die berühmte Galleria Vittorio Emanuele II. in Mailand. Wichtig zu wissen vorab: Die Halle ist im Grunde zwei getrennte Betriebe unter einem Dach. Unten ein traditioneller Frischemarkt, oben ein moderner Food-Court – mit eigenen Betreibern, eigenen Websites und unterschiedlichen Öffnungszeiten.
Der Frischemarkt im Erdgeschoss
Im Erdgeschoss (piano terra) herrscht der historische Markt, an dem auch Einheimische einkaufen. An den Ständen gibt es Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Käse, Wurst und toskanische Spezialitäten. Hier geht es um frische Ware und das Markttreiben, nicht um Sitzplätze. Geöffnet ist dieser Teil Montag bis Freitag von 7 bis 15 Uhr und samstags bis 17 Uhr; sonntags bleibt er geschlossen. Wer das echte, alltägliche Florenz sehen will, kommt vormittags, wenn die Stände voll bestückt sind.
Der Food-Court im Obergeschoss
Das Obergeschoss (primo piano) wurde im April 2014 zum 140-jährigen Bestehen der Halle als Food-Court neu eröffnet – ein Projekt von Umberto Montano und der Human Company. Auf rund 3.000 m² reihen sich über zwanzig Stände und Botteghe aneinander, dazu Bar, Restaurant und Pizzeria. Das Angebot reicht von frischer Pasta, Pizza und Trüffelgerichten über das Florentiner Steak bis zum Lampredotto, dem Kuttel-Sandwich, das hier als Streetfood-Klassiker zur Stadt gehört. Bezahlt wird pro Stand, gegessen wird an gemeinsamen Tischen. Dieser Teil ist täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet und schließt nur am 25. Dezember – damit ist er auch abends eine unkomplizierte Adresse, wenn die Restaurantküchen anderswo gerade erst öffnen.
Besuch & Praktisches
- Eintritt frei. Bezahlt wird nur das, was man isst oder einkauft; feste Preislisten nennen die offiziellen Seiten nicht.
- Reservierung ist für die offenen Sitzbereiche oben nicht nötig, dort gilt freie Platzwahl nach Verfügbarkeit. Nur für die Pizzeria und das Restaurant lässt sich ein Tisch buchen.
- Beste Zeit: Mittags wird es voll und lebhaft – gut für Atmosphäre, weniger für freie Tische. Wer es ruhiger mag, kommt am frühen Nachmittag oder am Abend, wenn nur noch der Food-Court geöffnet hat.
- Für einen Bummel durch beide Etagen mit einer Mahlzeit reichen 45 bis 90 Minuten.
Rund um die Halle breitet sich der bekannte Leder- und Souvenirmarkt von San Lorenzo aus, und die Cappelle Medicee liegen direkt an der Rückseite der benachbarten Basilika. So lässt sich der Markt gut mit einem Besuch der Cappelle Medicee verbinden. Mehr zur Florentiner Küche und wo man sie probiert, steht im Guide Essen & Trinken in Florenz.