Ein Ideal des Renaissance-Palasts
Der Palazzo Strozzi zählt zu den schönsten Privatpalästen der Renaissance und gilt als Musterbeispiel Florentiner Palastbaukunst. Errichtet wurde er ab 1489 für den reichen Bankier Filippo Strozzi, einen Rivalen der Medici, der mit dem Bau die wirtschaftliche und politische Bedeutung seiner Familie demonstrieren wollte. Den Entwurf und die erste Bauleitung übernahm Benedetto da Maiano, fortgeführt wurde der Bau von Il Cronaca (Simone del Pollaiolo); die kunstvollen Schmiedeeisen-Arbeiten an der Fassade – Fackelhalter, Laternen, Ringe – stammen von Niccolò Grosso, genannt Caparra.
Das Ergebnis ist ein streng durchdachter Block: Die dreigeschossige Bossenfassade aus Rustika-Quadern wird nach oben hin feiner behauen, sodass der Bau trotz seiner Wucht leichter wirkt, je höher man blickt. Im Inneren öffnet sich ein symmetrischer, säulengetragener Arkaden-Innenhof – einer der harmonischsten der Stadt und der Teil des Palasts, den man ohne Ticket betreten darf.
Heute: Florenz’ wichtigstes Ausstellungshaus
Der Palazzo Strozzi besitzt keine feste Sammlung. Was ihn zu einem der spannendsten Orte der Stadt macht, ist sein Programm: Die Fondazione Palazzo Strozzi richtet hier im Piano Nobile große Wechselausstellungen aus – mal alte Meister, mal zeitgenössische Kunst, oft mit internationalen Leihgaben. Genau deshalb gilt: Vor dem Besuch lohnt der Blick ins laufende Programm, denn ob sich der Eintritt lohnt, entscheidet allein die gerade gezeigte Schau, nicht die Jahreszeit.
Welches Gewicht das Haus hat, zeigt der Blick auf die letzten Jahre. Zu sehen waren unter anderem Anselm Kiefer mit Angeli caduti (2024), Helen Frankenthaler mit Painting Without Rules (2024/25), Tracey Emin (2025) sowie – gemeinsam mit dem Museo di San Marco – eine große Schau zu Beato Angelico / Fra Angelico (Herbst 2025 bis Anfang 2026). Das Spektrum reicht also bewusst von der Frührenaissance bis zur internationalen Gegenwartskunst.
Was 2026 läuft
Im Sommer 2026 zeigt der Palazzo Strozzi im Piano Nobile ‘Rothko in Florence’ – eine große Ausstellung zu Mark Rothko mit über 70 Werken aus Häusern wie MoMA, Met, Tate und dem Centre Pompidou (14. März bis 23. August 2026). Parallel bespielt das Künstlerkollektiv SUPERFLEX den Innenhof mit der Installation There Are Other Fish In The Sea (14. April bis 2. August 2026), die – wie der Hof selbst – ohne Ticket zu sehen ist.
Da die Schauen im Halbjahresrhythmus wechseln, kann sich das Programm bis zu deinem Besuch geändert haben. Verlass dich auf das aktuelle Programm der offiziellen Seite, bevor du Tickets buchst.
Tickets, Preise & Öffnungszeiten
Der Eintritt gilt immer nur für die jeweilige Ausstellung, der Preis ist von Schau zu Schau verschieden. Für ‘Rothko in Florence’ 2026 gelten folgende Sätze:
- Vollpreis mit festem Datum 15 EUR, mit flexiblem ‘open date’ 20 EUR
- Ermäßigt 12 EUR, Jugend (6–18 Jahre) 5 EUR, Familienticket 25 EUR
- Audioguide 4 EUR
- Frei u. a. für Kinder unter 6, Menschen mit Behinderung samt Begleitung, akkreditierte Journalisten und Fremdenführer sowie für Inhaber von Firenzecard, DB ArtCard, ICOM und der Amici di Palazzo Strozzi
Die Fondazione empfiehlt den Online-Kauf über den offiziellen Vorverkauf ausdrücklich, um Wartezeiten zu sparen. Gruppen ab 5 Personen müssen vorab buchen (12 EUR p. P. zzgl. 1 EUR Gebühr, Reservierung unter +39 055 2645155 oder [email protected], Mo–Fr 9:00–18:00 Uhr).
Geöffnet ist während laufender Ausstellungen täglich 10:00–20:00 Uhr, donnerstags bis 23:00 Uhr; der letzte Einlass ist jeweils eine Stunde vor Schließung. Die Kasse im Innenhof ist täglich nur bis 19:00 Uhr besetzt. Am ruhigsten ist es kurz nach Öffnung am Vormittag oder donnerstagabends. Plane je nach Umfang der Schau 1 bis 2 Stunden ein. Zwischen zwei Ausstellungen sind oft nur Innenhof und Café zugänglich – auch das ist ein Grund, vorab das Programm zu prüfen.
Lage & Anschluss
Der Palazzo Strozzi liegt an der Piazza Strozzi, gleich neben der eleganten Einkaufsstraße Via de’ Tornabuoni, mitten im Centro Storico. Von hier sind es nur wenige Schritte zur Piazza della Repubblica, und auch Piazza della Signoria mit dem Palazzo Vecchio, die Uffizien und der Dom sind bequem zu Fuß erreichbar.
Das macht den Palast zu einem idealen Zwischenstopp auf einem Rundgang durch die Altstadt: Wer die gerade gezeigte Ausstellung nicht sehen möchte, legt zumindest eine Kaffeepause im Arkadenhof ein, die nichts kostet. Wer einen ganzen Museumstag plant, kombiniert den Strozzi gut mit den großen Häusern in Laufnähe – Hinweise dazu im Guide Tickets reservieren. Hältst du dich länger in Florenz auf, lohnt sich oft die Firenze Card, mit der der Eintritt frei ist.