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Paläste & Monumente

Palazzo Medici Riccardi

Erster Medici-Stadtpalast mit Gozzolis Magierkapelle

Der erste große Stadtpalast der Medici, ab 1444 von Michelozzo erbaut. Berühmt für Benozzo Gozzolis leuchtenden Magier-Freskenzug und Luca Giordanos barocken Spiegelsaal.

Palazzo Medici Riccardi
Inhalt

Der erste Medici-Palast

Der Palazzo Medici Riccardi war der erste große Stadtpalast der Medici und das bauliche Vorbild für alle späteren Florentiner Adelspaläste. Cosimo der Ältere gab ihn ab 1444 bei Michelozzo in Auftrag – dessen vergleichsweise zurückhaltenden Entwurf zog er einem als zu prunkvoll empfundenen Vorschlag Brunelleschis vor. Sein wuchtiger, nach oben hin glatter werdender Rustika-Bau wurde zur Blaupause des Florentiner Palasttyps.

Bis 1540 war das Haus die offizielle Residenz der Familie. Hier wuchs Lorenzo il Magnifico auf. 1494, bei der Vertreibung der Medici, wurde der Palast beschlagnahmt – damals gingen unter anderem Donatellos Bronze-David und seine Gruppe Judith und Holofernes verloren. 1512 kehrten die Medici zurück, bis Cosimo I. 1540 in den heutigen Palazzo Vecchio umzog und der Palast seine Rolle als Familiensitz verlor.

Vom Medici- zum Riccardi-Palast

Den Doppelnamen verdankt der Bau einem Eigentümerwechsel: 1659 erwarb Marchese Gabriello Riccardi den Palast für 40.000 Scudi und ließ ihn barock erweitern. In dieser Zeit entstand die Galleria degli Specchi, der Spiegelsaal, den Luca Giordano zwischen 1682 und 1685 mit einem überschwänglichen Deckenfresko ausmalte – ein zweiter Höhepunkt neben der mittelalterlich- frührenaissancehaften Kapelle.

1810 verkauften die wirtschaftlich gescheiterten Riccardi den Palast an den Staat; seither diente er der Verwaltung. 1874 ging er an die Provinz Florenz, heutige Metropolitanstadt Florenz, über, die hier bis heute ihren Sitz hat – samt Präfektur und dem Istituto Storico della Resistenza in Toscana. Das museale Programm verantwortet die Fondazione MUS.E.

Gozzolis Magierkapelle

Das verborgene Juwel ist die winzige Cappella dei Magi im ersten Stock, von Michelozzo entworfen und ab 1459 von Benozzo Gozzoli freskiert. Der Freskenzug zeigt den Zug der Heiligen Drei Könige, der sich über drei Wände durch eine ideale toskanische Landschaft windet, voller Gold, Tiere, Jagdszenen und versteckter Bildnisse:

  • Caspar in weißer Tunika an der Ostwand,
  • Balthasar in grüner Tunika an der Südwand,
  • Melchior in roter Tunika an der Westwand.

In den Zug hat Gozzoli laut Palast Mitglieder des Medici-Kreises und Zeitgenossen eingearbeitet: Cosimo und Piero de’ Medici, den jungen Lorenzo und Giuliano, Galeazzo Maria Sforza (Herzog von Mailand), Sigismondo Pandolfo Malatesta und Papst Pius II. (Enea Silvio Piccolomini). Welche Figur genau wen darstellt, ist allerdings nicht durchgängig gesichert – die gängigen Zuschreibungen variieren.

Wegen der Enge dürfen nur 10 Personen gleichzeitig und höchstens 5 Minuten in die Kapelle; eingelassen wird im Takt von etwa 10 Personen alle 5 Minuten. Gewartet wird im Säulenhof Michelozzos – wer Andrang vermeiden will, kommt am frühen Vormittag.

Tickets und Eintritt

Der Eintritt ist saisonal gestaffelt: In der Nebensaison (Januar/Februar und November/Dezember) kostet er 10 EUR, in der Hauptsaison (März bis Anfang November) 15 EUR; ermäßigt zahlen 18- bis 25-Jährige und Studierende 7 bzw. 10 EUR, bis 17 Jahre ist der Eintritt frei. Wichtig: Es gibt kein getrenntes Ticket nur fürs Museum oder nur für die Ausstellungen – der Preis schließt Magierkapelle, Spiegelsaal, archäologischen Rundgang, Marmormuseum und Sonderausstellungen ein.

  • Online-Tickets gibt es ausschließlich über den eigenen Vivaticket-Shop des Palasts (zzgl. 1,50 EUR Vorverkaufsgebühr) – das ist nicht der Uffizien-Ticketshop. Tickets für den laufenden Tag bekommt man nur an der Kasse; Online-Tickets sind nicht umbuchbar oder erstattbar.
  • Audioguides gibt es nicht, dafür Faltblätter am Eingang. Geführte Besuche der Fondazione MUS.E kosten 4 EUR zusätzlich (für Einwohner 2 EUR).
  • Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt für Einwohner der Metropolitanstadt frei – an diesen Tagen wird online nicht verkauft.

Wie man Florentiner Museumstickets allgemein sichert, steht im Guide Tickets reservieren.

Besuch, Anreise und Barrierefreiheit

Für den Rundgang reichen 45 bis 75 Minuten. Geöffnet ist montags, dienstags und donnerstags bis sonntags von 9:00 bis 19:00 Uhr, mittwochs geschlossen; Kasse und Bookshop schließen bereits um 18:00 Uhr. Am angenehmsten ist der Vormittag, vor allem wegen der getakteten Kapelle.

Der Palast steht an der Via Cavour 3 im Viertel San Lorenzo und San Marco, nur wenige Schritte von der Basilica di San Lorenzo und den Cappelle Medicee entfernt. Mit dem nahen Mercato Centrale lässt sich der Besuch gut zu einem halben Tag im Medici-Viertel verbinden. Hintergründe zur Epoche bietet der Guide Renaissance-Kunst.

Barrierefrei: Alle Räume außer der Kapelle sind voll zugänglich; der barrierefreie Zugang liegt an der Via Ginori 2. Die Kapelle erreicht man über eine spezielle Plattform für Rollstühle bis 70 cm Breite und 250 kg; ein Rollstuhl ist am Infopoint auf Anfrage erhältlich. Stand Juni 2026 war der Aufzug zeitweise außer Betrieb – wer auf ihn angewiesen ist, fragt das vorab an.

Häufige Fragen

Was ist das Highlight im Palazzo Medici Riccardi?+

Die kleine Cappella dei Magi im ersten Stock mit Benozzo Gozzolis Freskenzug der Heiligen Drei Könige (ab 1459). Der prächtige Zug windet sich durch eine ideale toskanische Landschaft, voller Gold und Detail, und enthält Porträts von Medici und Zeitgenossen. Der barocke Spiegelsaal von Luca Giordano ist der zweite Höhepunkt.

Muss man für die Kapelle anstehen?+

In die winzige Cappella dei Magi dürfen nur 10 Personen gleichzeitig und höchstens 5 Minuten lang. Eingelassen wird im Takt von etwa 10 Personen alle 5 Minuten, gewartet wird im Michelozzo-Säulenhof. Eine separate Online-Reservierung ist für Einzelbesucher nicht nötig; sie ist im Ticket enthalten. Früh am Vormittag ist die Wartezeit am kürzesten.

Was kostet der Eintritt und was ist enthalten?+

In der Nebensaison (Jan–Feb, Nov–Dez) 10 EUR, in der Hauptsaison (März bis Anfang Nov) 15 EUR; ermäßigt 7 bzw. 10 EUR für 18- bis 25-Jährige und Studierende, frei bis 17 Jahre. Es gibt kein Einzelticket nur fürs Museum oder nur für Ausstellungen: Der Preis schließt Magierkapelle, Spiegelsaal, archäologischen Rundgang, Marmormuseum und Sonderausstellungen ein.

Wo kauft man die Tickets offiziell?+

Online über den eigenen, gebrandeten Vivaticket-Shop des Palasts (palazzomediciriccardionline.tm.vivaticket.com), zzgl. 1,50 EUR Vorverkaufsgebühr. Das ist nicht der Uffizien-Ticketshop. Tickets für den laufenden Tag gibt es nur an der Kasse; Online-Tickets sind nicht umbuchbar oder erstattbar.

Gibt es Audioguides?+

Nein. Statt Audioguides liegen am Eingang Faltblätter aus. Geführte Besuche und Workshops bietet die Fondazione MUS.E gegen Aufpreis an (+4 EUR, für Einwohner +2 EUR).