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Plätze & Brücken

Piazza di Santo Spirito

Lebendiger Platz im Oltrarno mit Brunelleschis Basilika

Das entspannte Herz des Florentiner Handwerkerviertels rund um einen achteckigen Brunnen – vormittags Stadtteilmarkt, abends Treffpunkt, dazu ein Michelangelo-Kruzifix in der Basilika.

Piazza di Santo Spirito
Inhalt

Herz des Oltrarno

Die Piazza di Santo Spirito ist der lebendige Mittelpunkt des Oltrarno, des Handwerker- und Künstlerviertels südlich des Arno. Anders als der vielbegangene Achsenzug vom Duomo über die Piazza della Signoria zum Ponte Vecchio ist sie entspannt und alltäglich geblieben. Unter Bäumen reihen sich rund zehn Cafés, Trattorien und Bars; in der Platzmitte plätschert ein achteckiger Brunnen. Reiseführer beschreiben den Platz gern als Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen und ziehen den Vergleich zum Pariser Linken Ufer – hier sieht man eher Florentiner und Studierende als Reisegruppen.

Brunelleschis Basilika

Über dem Platz erhebt sich die Basilica di Santo Spirito mit ihrer schlichten, ungegliederten Putzfassade, die fast unfertig wirkt. Das Innere zählt zu den klarsten Werken Filippo Brunelleschis: ein streng rhythmisierter Raum, in dem eine Reihe grauer Pietra-serena-Säulen den Blick durch die Schiffe und um den ganzen Bau herum führt – verwandt der Architektur, die er in der Basilica di San Lorenzo auf der anderen Arno-Seite entwickelte.

Der eigentliche Schatz hängt in der Sakristei, die nach einem Entwurf von Giuliano da Sangallo errichtet wurde: ein hölzernes Kruzifix, das Michelangelo um 1492/93 schuf, als er etwa achtzehn war und im Kloster Santo Spirito lebte. Vasari und Condivi berichten, dass ihm der Prior dafür Zugang zum Klosterhospital für anatomische Studien gewährte. Das Werk galt jahrzehntelang als verschollen; 1962 identifizierte es die Kunsthistorikerin Margrit Lisner anhand stilistischer und dokumentarischer Belege als Jugendwerk Michelangelos, 2000 kehrte es in die Basilika zurück. Die Zuschreibung gilt heute als gesichert.

Wichtig für die Planung: Die Basilika ist mittwochs geschlossen, sonntags öffnet sie erst um 11:30 Uhr, und über die Mittagsstunden (13:00 bzw. 13:30 bis 15:00 Uhr) bleibt sie zu. Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich. Der Eintritt ist nach offizieller Angabe kostenlos.

Der Brunnen und seine Märkte

In der Platzmitte steht ein achteckiger Brunnen aus Pietra serena. Der Hofarchitekt Giuseppe Del Rosso ließ ihn 1812 aus dem ersten Kreuzgang des Klosters in die Mitte des Platzes versetzen und aus älteren Klosterelementen zusammensetzen, die traditionell Ferdinando Tacca zugeschrieben werden; eine frühere Brunnenanlage stand hier schon seit 1556. Der Brunnen ist heute der Bezugspunkt des Platzlebens – an seinem Rand sitzt man tagsüber und abends.

Der Platz lebt auch von seinen Märkten:

  • Werktags vormittags (Mo–Sa) ein kleiner Stadtteilmarkt (mercato rionale) mit Lebensmitteln und Alltagswaren; die genauen Stunden werden nicht offiziell veröffentlicht.
  • Jeden zweiten Sonntag im Monat (außer Juli und August) ein Antiquitäten- und Kunsthandwerkermarkt mit rund 80 bis 100 Ständen, etwa 9 bis 19 Uhr.
  • Jeden dritten Sonntag die Fierucolina, ein Bio-Bauern- und Handwerkermarkt von etwa 9 bis 13 Uhr.

Was dich erwartet

Die Piazza ist kein Pflicht-Sightseeing, sondern ein Ort zum Verweilen – für die Renaissance-Architektur braucht es kaum mehr als 30 bis 60 Minuten, der Reiz liegt in der Atmosphäre. Am besten kommt man vormittags, wenn der Markt läuft und die Basilika geöffnet ist, oder abends, wenn sich der Platz mit Restaurants, Bars und Nachtlokalen in einen der lebhaftesten Treffpunkte des linken Arno-Ufers verwandelt. Rund um den Platz und in den angrenzenden Gassen liegen die für das Oltrarno typischen Handwerksbetriebe und Galerien – ein Bummel durch das Viertel gehört zum Besuch dazu.

Wer wenig Zeit in Florenz hat, kann den Platz auslassen; wer einen halben Tag im Oltrarno verbringt, sollte ihn aber einplanen. Mehr zum Viertel im Überblick zu Oltrarno und zum Abendleben im Guide Essen & Trinken.

Besuch & Anreise

Die Piazza liegt mitten im Oltrarno und lässt sich gut zu Fuß erreichen: vom Ponte Vecchio sind es über die Via Guicciardini und Via Maggio rund zehn Minuten, vom Palazzo Pitti über den Sdrucciolo de’ Pitti nur wenige Minuten (Gehzeiten als Kartenschätzung). So lässt sich der Besuch leicht mit Palast, dem Giardino di Boboli und einem Spaziergang durchs Viertel verbinden.

Mit dem ÖPNV bedienen die Buslinien C3, C4, C1, 6A, 6B und 370A das Umfeld; die nächste Haltestelle Santo Spirito liegt etwa drei Gehminuten entfernt. Mehr zu Linien und Tickets im Verkehrs-Guide. Die Basilika wird von der Augustiner-Gemeinschaft betreut; aktuelle Zeiten stehen auf der offiziellen Website basilicasantospirito.it.

Häufige Fragen

Was macht die Piazza di Santo Spirito besonders?+

Sie ist der lebendige, unprätentiöse Treffpunkt im Oltrarno – mit Brunelleschis Basilika, einem achteckigen Brunnen in der Mitte, einem kleinen Vormittagsmarkt und entspanntem Abendleben rund um die rund zehn Lokale am Platz. Hier erlebt man das alltägliche, weniger touristische Florenz, das oft mit dem Pariser Linken Ufer verglichen wird.

Was kostet der Eintritt in die Basilika?+

Nichts. Laut offizieller Website ist der Zugang zur Basilica di Santo Spirito kostenlos, einschließlich der Sakristei mit dem Michelangelo-Kruzifix. Einige Reiseführer nennen 2 EUR für den Sakristei-Rundgang; vorrangig gilt die offizielle Angabe. Geöffnet ist Mo–Sa außer mittwochs, sonntags erst ab 11:30 Uhr, jeweils mit Mittagspause.

Stimmt es, dass hier ein Werk Michelangelos hängt?+

Ja. In der Sakristei hängt ein Holzkruzifix, das Michelangelo um 1492/93 als etwa Achtzehnjähriger im Kloster Santo Spirito schuf. Es galt lange als verschollen, wurde 1962 von Margrit Lisner als Jugendwerk identifiziert und kehrte 2000 in die Basilika zurück. Die Zuschreibung gilt heute als gesichert.

Wann findet auf der Piazza Markt statt?+

Werktags vormittags (Mo–Sa) gibt es einen kleinen Stadtteilmarkt mit Lebensmitteln und Alltagswaren. Hinzu kommen monatliche Spezialmärkte – am zweiten Sonntag ein Antiquitäten- und Kunsthandwerkermarkt mit rund 80 bis 100 Ständen (außer Juli/August), am dritten Sonntag die Fierucolina, ein Bio-Bauern- und Handwerkermarkt am Vormittag.